Angler vor Gericht

Hier kommt alles rein was sonst in kein Thema passt, bzw. was nicht mit Angeln zu tun hat.

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Angler vor Gericht

Beitragvon Markus » So 8. Jul 2018, 15:19

Hallo Leute!

Was meint ihr zu diesem Thema ?

https://vorarlberg.orf.at/news/stories/2923352/
Markus
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon Menico » Mo 9. Jul 2018, 09:14

Gratulation. Genau richtig so!
Ich HASSE Catch&Release auf abgrundtiefste!

Ich wünsche mir, dass das Nachtangelverbot und auch das Catch&Release verbot mal stärker kontrolliert werden würde bei uns.
Unverständlich, dass einige denken sich nicht an die Regeln halten zu müssen und damit auch noch durchkommen...
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon biber » Mo 9. Jul 2018, 10:14

holy shmoly, harte Worte @Menico

Wie soll man sich denn Verhalten wenn man nicht den Zielfisch fängt? Abhacken und gut ist würd ich sagen oder? ist ja dann quasi auch Catch'n Release.
Wenn es darum geht den Bestand in einem Gewässer zu erhalten, finde ich das eine gute Methode ohne dass man komplett auf das Fischen verzichten muss.
(Alles natürlich nur dann anwendbar wenn jeder weiß was er tut)

Wenn ich sehe wie am Lünersee o.ä. zeitweise gefischt wir dann kann ein C&R nicht funktionieren, an so Plätzen sollten oft die die fischen nicht fischen!
Wie oft hab ich dort schon Fische gefangen mit Haken im Maul mit ganzen Vorfächern noch dran, am Wirbel ein Stück geflochtene Schnur (kein Plan wie so was überhaupt funktioniert)

naja....

über C&R lässt sich streiten, ich bin der Meinung so lange ein schonender Umgang mit dem Fisch Praxis ist kann so etwas (wenn gesetzlich natürlich erlaubt) gemacht werden.

cheers
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon lui » Mo 9. Jul 2018, 14:56

Naja, ich denke es geht hier weniger um das C&R als um den Umgang mit dem Fisch.

Voraussichtlich wird ja - so hat man es mir zumindest gesagt - auch die Anlandepflicht für Barsche wieder gelockert.

Ich bin weder pro alles töten noch pro striktes C&R. Am Besten wäre es Fische mitzunehmen die sich gut verwerten lassen und das in einem vernünftigen Maß. Stichwort: Entnahmefenster... Aber von solchen Überlegungen sind wir hier leider noch weit entfernt.

Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn einen Barsch mit 15 cm der Verwertung in der Küche zuzuführen. Genauso wenn mal ein 20er Hecht auf den Barschgummi knallt... der ist nicht verwertbar. (Da würde mich dein Standpunk interessieren Menico!?) Zurück zu Thema muss dann aber auch gesagt werden, dass ich nicht gezielt auf solche Fische angle. Die Jungs mit dem Wels haben das aber definitiv gemacht und ihn dann halt auch dementsprechend behandelt...

Es gehört aber schon auch eine Portion Unüberlegtheit dazu das erstens vor massenhaft Publikum zu machen und das zweitens online zu stellen.

Wenn man das Hirn einschalten würde, sich ein bisschen Gedanken macht und dabei auch an das Lebewesen denkt müsste man meinen es könnte eigentlich fast nichts mehr schief gehen...
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon Menico » Mo 9. Jul 2018, 15:30

biber hat geschrieben:Wie soll man sich denn Verhalten wenn man nicht den Zielfisch fängt? Abhacken und gut ist würd ich sagen oder? ist ja dann quasi auch Catch'n Release.


Ganz einfach. So wie es die Bestimmungen vorgeben. Entnahmepflicht heißt eben entnehmen, eintragen und aus.

Abgesehen davon gehts bei dem Beitrag klar um Leute die Angeln gehen ohne die Absicht einen Fisch zu entnehmen und nur den Spaß am Drill haben wollen.
Und sorry. Das ist einfach nur Tierquälerei. Da gibts nix zu beschönigen.

lui hat geschrieben:Ich bin weder pro alles töten noch pro striktes C&R. Am Besten wäre es Fische mitzunehmen die sich gut verwerten lassen und das in einem vernünftigen Maß. Stichwort: Entnahmefenster... Aber von solchen Überlegungen sind wir hier leider noch weit entfernt.

Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn einen Barsch mit 15 cm der Verwertung in der Küche zuzuführen. Genauso wenn mal ein 20er Hecht auf den Barschgummi knallt... der ist nicht verwertbar. (Da würde mich dein Standpunk interessieren Menico!?) Zurück zu Thema muss dann aber auch gesagt werden, dass ich nicht gezielt auf solche Fische angle. Die Jungs mit dem Wels haben das aber definitiv gemacht und ihn dann halt auch dementsprechend behandelt...


Genau das ist dann der Grund warum z.B. die Dornbirner Ache voll ist mit Döbeln. Die will keiner und jeder wirft sie wieder zurück. Es werden nur die "guten" Fische entnommen. Resultat davon sieht man ja.
Genau das wird vmtl. auch die intention sein hinter der Anladepflicht bei Barschen etc....
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon lui » Mo 9. Jul 2018, 15:52

Nein, das ist nicht der Gedanke bei der Entnahmepflicht der Barsche. Die Anlandepflicht bei Barschen ist eine Mischung aus Neid, falsch ausgelegtem "Tierschutz" und der böse Hechtbandwurm.

Wobei ich sagen muss, dass Döbel wirklich gut schmecken!
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon Menico » Mo 9. Jul 2018, 16:47

lui hat geschrieben:Die Anlandepflicht bei Barschen ist eine Mischung aus Neid, falsch ausgelegtem "Tierschutz" und der böse Hechtbandwurm.


Das musst du mir genauer erklären. Den Hechtbandwurm verstehe ich ja noch. Aber "falscher" Tierschutz und Neid?


lui hat geschrieben:Wobei ich sagen muss, dass Döbel wirklich gut schmecken!


Ja. Schmecken tun sie gut. Nur die Verarbeitung ist kacke.
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon lui » Mo 9. Jul 2018, 17:15

Ich habe das schon mit Personen vom Fischereiverband, Kontrolleuren etc. besprochen.

Fakt ist, dass die Berufsfischer nicht gerne sehen, dass die Angler aussortieren und nur die schönen Barsche mitnehmen. Daher müssen alle entnommen werden, damit man nicht (Habe ich zwar noch nie, aber theoretisch...) 72 Barsche am Tag fängt und alle kleinen wieder rein lässt. Da man dann (theoretisch) das Kontingent schneller voll hat, können auch weniger große Fische gefangen/aussortiert werden.

Aber meiner Meinung nach wäre das genau das was die Berufsfischer auch machen sollten. Die Maschenweite noch weiter nach unten drücken ist es auf jeden Fall nicht! Versteh mich nicht falsch, ich bin kein Vertreter der C&R Fraktion. Ich bin ein Vertreter der Fraktion Hirn-einschalten-selbst-entscheiden!

Punkt zwei ist, dass man nicht will, das kleine Barsche mit dem Bauch nach oben an der Wasseroberfläche treiben, da sie aus tiefem Wasser geholt wurden. Das passiert aber auch nicht wenn Angler mit Hirn vorgeht und keine Fische aus tiefem Wasser, oder tief gehakte gehen lässt. Bei einem Schniepel im Hafen ist das ein Unterschied. Wenn der schön vorne gehakt ist weil sich der 15 cm Barsch einen 10 cm Wobbler genau ansehen musst, dann tut ihm das garnichts und es ist auch nicht sinnvoll ihn zu verwerten. Der Barsch ist sicher viel besser dran, wenn er niedergeknüppelt und an die Katze verfüttert wird als wenn man ihn nochmal gehen lässt :crazy:

Aus diesem Grund gab es geänderte Entnahmeregelungen in den Sommermonaten. Diese werden laut meinen letzten Auskünften auch wieder kommen.

Was allerdings gerade am Bodensee abgeht hat nichts mit vernünftiger Fischwirtschaft oder Nachhaltigkeit zu tun!

So wie es jetzt ist hält es auch niemand für vernünftig und es will sich auch keiner damit identifizieren. Ich erwähne nur meinen Artikel in der Jagd und Fischerei als ich ein paar Stunden vor Redaktionsschluss noch gebeten wurde das Barschfoto auszutauschen, da der Barsch nicht so aussieht als ob er zum Zeitpunkt des Fotografierens noch gelebt hätte... Doppelmoral :crazy:
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon biber » Di 10. Jul 2018, 08:35

C&R... immer ein spannendes Thema.

man sollte das so wie Lui sagt, besser Hirn-einschalten-&-selbst-entscheiden nennen. Ich denke dass wir in sehr vielen Gewässern wesentlich bessere Bestände hätten wenn jeder sich überlegt was nehme ich mit und was bedeutet das für das Gewässer.

Am Alten Rhein habe ich z.B. das Gefühl die Hechte werden immer kleiner und weniger da doch jeder die Fische sobald sie das Schonmaß haben, abschlägt und mitnimmt.
Ich kann auch jeden verstehen der jeden Fisch einpackt wenn nur wenig gefangen wird.
Wenn ich mir vorstelle dass immer 3-4 Fische gefangen werden allerding nur 1er mitgenommen, hätten doch alle Fischer mehr freude am Gewässer.

ACHTUNG: Immer so lange der Umgang mit der Natur und Lebewesen ein sinnvoller und respektvoller ist.
Kein Fisch der nicht überleben kann darf zurückgesetzt werden --> das ist dann Tierquälerei.

Ein kurzes Piercing wie es auch Lui beschreibt schadet keinem Fisch. Ich hab schon den gleichen Fisch innerhalb von ein paar Stunden 4mal gefangen...

cheers
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Re: Angler vor Gericht

Beitragvon Menico » Di 10. Jul 2018, 10:28

biber hat geschrieben:Kein Fisch der nicht überleben kann darf zurückgesetzt werden --> das ist dann Tierquälerei.

Ein kurzes Piercing wie es auch Lui beschreibt schadet keinem Fisch. Ich hab schon den gleichen Fisch innerhalb von ein paar Stunden 4mal gefangen...


Das ist genau der Punkt der mich auf 180 bringt.
Es geht nicht um das "piercing" allein, sondern auch um den Stress den das Tier im Überlebenskampf (und nichts anderes ist es für das Tier) erleidet.

Sich den Stern auf die Brust zu heften den selben Fisch 4 mal gefangen zu haben in ein paar Stunden ist einfach nur krank und abartig.
Würdest du das mit anderen Tieren auch machen? Katzen, Hunde, Vögel, Schweine??
Wo fängt für dich die Tierquälerei an und wo hört sie auf?

Soviel zum Thema "Hirn einschalten".
Kleiner Tipp. Hol dir einen Hund und binde ein Spielzeug an die Rute. Dann kannst du drillen bis der Arzt kommt ohne einem Tier zu schaden und hast den Kampf deines Lebens...
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